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Handwerk und Grenze · Für Networker

Partner gewinnen im Network Marketing: warum ein schnelles Ja selten hält

Beim Partner gewinnen im Network Marketing entscheidet das erste Gespräch, wie lange jemand bleibt.

· aktualisiert · 6 Minuten Lesezeit
Händedruck in Schwarzweiß vor einem Kaminfeuer
In diesem Artikel 7 Abschnitte

Partner gewinnen im Network Marketing: wo es kippt

Nach einer Stunde Gespräch sagt er Ja, und ihr seid beide begeistert. Drei Monate später hebt er nicht mehr ab, und beim nächsten Geburtstag redet ihr über alles außer dein Geschäft.

Er hat Ja gesagt, weil du ihm das Blaue vom Himmel versprochen hast: das Geld nebenbei, die freien Abende, das eigene Team nach einem Jahr. Nach ein paar Wochen ohne das Geld, die Abende und das Team war er wieder weg.

Beim Partner finden ist ein schnelles Ja deshalb wenig wert. Wie lange einer bleibt, entscheidet sich im ersten Gespräch, und zwar daran, ob er danach weiß, worauf er sich einlässt.

Dazu kommt der falsche Zeitpunkt. Einen Kunden, der gerade zufrieden unterschrieben hat, gleich als Partner gewinnen zu wollen, kostet oft beides. Er wollte seine Stromkosten senken. Kommt jetzt die Frage nach dem Geschäft, fragt er sich, ob es dir von Anfang an darum ging.

Bis dahin bleibt er dein Kunde, und fragt er dich später von selbst, wie das bei dir läuft, ist das der Moment.

Was im Partnergespräch zu viel versprochen wird

Ein paar Sätze fallen in fast jedem Partnergespräch, das zu gut läuft:

  • „Das geht ganz nebenbei.“ Nach der ersten Woche merkt er, wie viele Abende die Anrufe kosten.
  • „Schau, was die anderen bei uns verdienen.“ Zahlen von anderen hört er als Zusage an sich selbst.
  • „Ich bin immer für dich erreichbar.“ Beim dritten verpassten Rückruf erinnert er sich an den Satz.
  • „Jetzt ist der beste Zeitpunkt, später wird es schwerer.“ Steigt er unter Zeitdruck ein, fragt er sich später, warum es so eilig war.

Solche Sätze bringen dir schnell ein Ja. Ein paar Wochen später merkt der Neue, wie es tatsächlich läuft, und geht.

Dazu kommt die Einladung auf einen Kaffee, bei der er erst vor Ort merkt, dass es ums Geschäft geht. Wie du Freunde ansprechen kannst, ohne sie zu überrumpeln, steht im Artikel Leute anschreiben im Network Marketing.

Warum ein Versprechen zu dir zurückkommt

Der neue Partner merkt sich genauer als du, was du gesagt hast. Jede Woche, die anders läuft als angekündigt, legt er daneben, und am Ende fragt er sich, was von deinen anderen Sätzen stimmt.

Im eigenen Umfeld wiegt das doppelt. Versprichst du einem Bekannten zu viel, spricht sich das in eurem Umfeld schnell herum, und dort ist dein Name danach verbrannt.

Auch kleine Versprechen zählen. „Ich helfe dir bei allem“ klingt freundlich, und nach dem ersten Monat hast du drei neue Partner und für keinen genug Zeit. Versprich, was du in einer normalen Woche halten kannst, etwa einen fixen Termin, an dem ihr seine Woche durchgeht.

Beim Verdienst ist die Grenze klar. Fragt er, wie es bei dir läuft, antwortest du offen, und eine Zahl nennst du nur, wenn du willst. Was er selbst einmal verdient, kann ihm niemand sagen, auch du nicht, und genau so sagst du es ihm.

Wer zu dir passt

Zu dir passt, wer Zeit hat, gern mit Menschen redet und die ersten Monate aushält, in denen wenig zurückkommt. Das erfährst du im Gespräch nur, wenn du danach fragst.

Partner gewinnen im Network Marketing heißt deshalb zuerst auswählen. Einer, der nicht passt, kostet dich Nerven und ist nach drei Monaten ohnehin wieder weg.

So könnte eine dieser Fragen klingen: „Wie viel Zeit hättest du in der Woche dafür, wenn du ehrlich rechnest, mit Arbeit, Kindern und Verein?“ Nennt er eine Zahl, könnt ihr damit planen. Weicht er aus, weißt du auch etwas.

Frag auch, warum er überlegt, einzusteigen. Von selbst erzählt das kaum einer, auf eine Frage fast jeder. Hofft er auf schnelles Geld, sagst du ihm offen, dass es das bei dir nicht gibt.

Wer Teampartner gewinnen will, muss auch abraten können. Hat er neben Schichtdienst und Hausbau keine freie Stunde, ist jetzt nicht sein Zeitpunkt, und das sagst du ihm. Einer, dem du einmal abgeraten hast, glaubt dir später jeden anderen Satz.

Wenn du selbst noch am Anfang stehst

Stehst du selbst noch am Anfang, sagst du es gleich. Erfolg, den du vorspielst, fällt bei der ersten Nachfrage auf, und danach glaubt er dir auch den Rest nicht mehr.

Ein neuer Partner will vor allem wissen, ob ihm jemand hilft. Sag ihm offen, wer dir das Geschäft zeigt, und nimm diese Person zu den ersten Terminen mit. Dann sieht er, dass hinter dir jemand steht, der später auch ihm hilft.

Frag dich vor jedem Partnergespräch, was du ihm in den ersten Wochen konkret geben kannst: wie oft ihr redet, wer bei seinen ersten Gesprächen dabei ist, wen er anrufen kann, wenn du nicht erreichbar bist. Was du davon nicht weißt, klärst du vorher mit dem, der dir das Geschäft zeigt.

Nach dem Nein und nach dem Ja

Sagt er Nein, nimmst du es an und fragst einmal, woran es liegt, an der Zeit oder daran, dass er sich diese Arbeit nicht vorstellen kann. Danach redet ihr über etwas anderes. Was hinter den häufigsten Gründen steckt, liest du im Artikel Einwände im Network Marketing.

Bearbeitest du ihn nach einem Nein weiter, geht er dir beim nächsten Fest aus dem Weg. Manche kommen Monate später von selbst, als Kunde oder als Partner, und zwar die, deren Nein du stehen gelassen hast.

Sagt er Ja, fängt deine Arbeit erst an. Im ersten Monat braucht ein neuer Partner viel von deiner Zeit, bei den ersten Anrufen und bei den ersten Absagen. Planst du das nicht ein, verlierst du ihn in genau diesen Wochen. Wie du am Ende des Partnergesprächs die Entscheidungsfrage stellst, liest du im Artikel Abschlussfragen im Verkauf.

Ich sage jedem zuerst, was die Arbeit kostet, und dann, was sie bringen kann. Wer danach noch Ja sagt, hat es sich überlegt.

Wie der Partnertermin aufgebaut ist, welche Frage am Ende steht und was in den ersten Wochen nach einem Ja passiert, übst du in TAKEOVER.

Mehr zum Thema: Network Marketing: wie es funktioniert und was es verlangt

Fragen zum Partner gewinnen

Wie gewinne ich Partner im Network Marketing?

Mit einem offenen Gespräch darüber, was die Arbeit kostet, was sie bringen kann und ob sie zu seinem Leben passt. Den Aufbau des Partnertermins übst du in TAKEOVER.

Darf ich im Partnergespräch über meinen Verdienst reden?

Fragt er danach, antwortest du offen, eine Zahl nennst du nur, wenn du willst. Eine Zusage über sein Einkommen kann niemand machen.

Wie spreche ich Freunde an, ohne sie zu überrumpeln?

Du sagst vorher, worum es geht, und machst ein Nein leicht. Merkt er erst beim Treffen, dass es ums Geschäft geht, fühlt er sich hintergangen.

Soll ich jeden nehmen, der mitmachen will?

Nur, wer Zeit hat und gern mit Menschen redet. Allen anderen sagst du vorher, dass es gerade nicht passt.

Wie finde ich Partner, wenn ich selbst erst angefangen habe?

Sag offen, dass du am Anfang stehst und wer dir hilft, und nimm diese Person zu den ersten Gesprächen mit.

Was mache ich, wenn jemand Nein sagt?

Annehmen, einmal nach dem Grund fragen und dann über etwas anderes reden. Beim nächsten Treffen fängst du nicht wieder davon an.

TAKEOVER

In TAKEOVER hat der Partnertermin eine eigene Etappe: wie das Gespräch aufgebaut ist, welche Frage am Ende steht und was in den ersten Wochen nach einem Ja passiert.

Erstgespräch kostenlos, zehn Minuten per Telefon. Individuelle Ergebnisse. Was du erreichst, hängt an dir.

Michael Gondek, Gründer von MENTOVATE

Michael Gondek

Gründer MENTOVATE · Wien

Seit 2017 im österreichischen Energievertrieb, mit über 3.000 registrierten Partnern und mehr als 100.000 Teamkundenaufträgen. Mehr über Michael

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