Leute anschreiben im Network Marketing: warum so viele Nachrichten ohne Antwort bleiben
Leute anschreiben im Network Marketing klappt, wenn der Empfänger nach dem ersten Satz weiß, warum die Nachricht an ihn geht.

In diesem Artikel 7 Abschnitte
Leute anschreiben im Network Marketing: woran es scheitert
Am Sonntagabend gehst du dein Handy durch und schreibst fünfzehn Leuten. Bis Mittwoch antworten zwei, einer davon mit einem Daumen. Gelesen haben es die anderen auch, das zeigt dir das Handy.
Am Text liegt das selten allein. Die Nachricht geht an Leute, mit denen du nie über das Thema geredet hast, oft an Leute, von denen du seit Jahren nichts gehört hast. Der Empfänger fragt sich, warum er gerade jetzt von dir hört, und die Antwort liegt für ihn auf der Hand.
Dazu kommt die Menge. Wer fünfzehn Leute an einem Abend abarbeitet, schreibt keinem davon persönlich, auch wenn vorne jedes Mal der richtige Name steht. Beim Leute anschreiben im Network Marketing zählt deshalb zuerst, wem du schreibst, und danach, was drinsteht.
Nachrichten und Vorlagen, die jeder sofort erkennt
Ein paar Nachrichten bekommt fast jeder irgendwann, und fast jeder erkennt sie beim ersten Satz:
- „Hey, lange nichts gehört! Wie geht's dir so?“ Nach drei Jahren Funkstille weiß er beim Lesen, dass die zweite Nachricht ein Angebot enthält.
- „Ich hätte da was Spannendes für dich, hast du kurz Zeit?“ Er soll neugierig werden, und genau das merkt er.
- Drei Absätze über ein Produkt, mit Link und Bildern. Bis zum dritten liest keiner.
- Eine Sprachnachricht über vier Minuten. Die hört er irgendwann, meistens gar nicht.
Viele dieser Sätze stammen aus Vorlagen, die im Netz stehen. Die Suche „wie schreibe ich Leute an“ bringt sie dutzendfach, und die Empfänger kennen sie inzwischen genauso gut wie die, die sie verschicken.
Eine Vorlage klingt nach Vorlage, so gut sie formuliert ist. Es fehlt der eine Satz, der nur auf diesen Menschen passt, und ohne den liest er die Nachricht als eine von vielen.
Mit Kopieren und Einfügen schreibst du schnell zwanzig Leuten. Musst du dir für jeden einen eigenen Satz überlegen, merkst du bei manchem Namen, dass du ihm nichts anzubieten hast. Dann schreibst du ihm eben nicht, und die Bekanntschaft bleibt, wie sie war.
Ein grobes Gerüst im Kopf schadet nicht: Anlass, Grund, Frage. Die Worte wählst du so, wie du auch beim Bier mit ihm reden würdest.
Warum der Grund in die erste Nachricht gehört
Schreib den Grund gleich in die erste Nachricht. Triffst du ihn auf einen Kaffee und erfährt er erst dort, worum es geht, fühlt er sich hintergangen, und auf einen zweiten Kaffee geht er mit dir nicht mehr.
„Lass uns mal wieder treffen“, und beim Treffen kommt nach zehn Minuten das Angebot. Das merkt sich ein Bekannter länger als jedes Produkt.
Ein offener Grund kostet dich ein paar Zusagen zum Telefonat. Die, die trotzdem Ja sagen, meinen es ernst und wissen, worauf sie sich einlassen, und die anderen können absagen, ohne sich eine Ausrede zu überlegen. So ein Nein kommt schneller und freundlicher, und beim nächsten Treffen redet ihr ganz normal über anderes.
Wem du schreibst und wann
Am besten schreibst du Leuten, die dein Thema selbst angesprochen haben. Einer erzählt beim Grillen, dass sie seit dem Umzug nie beim Strom verglichen haben, eine Kollegin sagt, dass sie etwas neben dem Job sucht. Damit hast du einen Anlass, den sie selbst geliefert haben.
Diese Nachricht schreibst du bald, solange das Gespräch frisch ist. Nach drei Wochen weiß keiner mehr, was er beim Grillen gesagt hat.
In Gruppen im Messenger oder in sozialen Netzwerken liest du zuerst mit. Spricht jemand dort dein Thema an und kennst du ihn, schreibst du ihm privat und greifst seine eigenen Worte auf. Kennst du ihn nicht, fragst du ihn in der Gruppe, ob du ihm schreiben darfst.
Fremde, die dir nie etwas erzählt haben, lässt du in Ruhe. Ein Angebot ohne Anlass landet bei ihnen als Werbung im Spam oder wird gemeldet.
Und verteil es über die Wochen. Schreibst du in einer Woche dein halbes Umfeld an, bist du danach für viele der, der jetzt etwas verkauft, auch für die, denen du gar nicht geschrieben hast. In einem Ort, wo jeder jeden kennt, spricht sich das schnell herum.
Wie eine gute erste Nachricht an Bekannte aussieht
Eine gute erste Nachricht an Bekannte ist so kurz, dass er sie am Handy ohne Scrollen liest. Sie knüpft an etwas an, das er selbst gesagt hat, sagt, was du machst, und endet mit einer Frage.
So könnte sie nach dem Grillen klingen: „Du hast am Samstag erzählt, dass ihr seit dem Umzug nie beim Strom verglichen habt. Das mach ich beruflich. Wenn du magst, schau ich es mir mit dir an. Passt es, wenn ich dich morgen am Abend kurz anrufe?“
Er weiß, warum du schreibst, und kann mit einem Wort antworten, auch mit Nein. Das Angebot selbst hebst du dir für das Telefonat oder den Termin auf. Wie der Anruf danach abläuft, liest du im Artikel Terminvereinbarung am Telefon.
Willst du Kunden anschreiben, die schon bei dir gekauft haben, gilt dasselbe. Du brauchst einen Anlass, der sie betrifft, etwa das Ende ihrer Preisgarantie, und schreibst jedem einzeln.
Wenn keine Antwort kommt
Kommt keine Antwort, wartest du ein paar Tage. Dann meldest du dich ein einziges Mal, mit etwas, das ihn betrifft. Bleibt es still, sagst du ihm, dass es in Ordnung ist, wenn das nichts für ihn ist, und lässt das Thema ruhen.
„Hast du meine Nachricht gesehen?“, zwei Tage später „???“, dann noch ein Link hinterher. Nach so einer Reihe weicht er dir aus, am Handy und beim nächsten Fest.
Schreibt er Nein, bedankst du dich und fragst höchstens einmal, woran es liegt. Danach ist das Thema erledigt, und beim nächsten Treffen redet ihr über den Urlaub. Wie die eine Nachricht aussieht, wenn sich jemand nach einem Gespräch nicht mehr meldet, steht in Kunde meldet sich nicht mehr. Was hinter einem Nein zum Geschäft oft steckt, liest du im Artikel Einwände im Network Marketing.
Für mich ist eine Nachricht dann gut, wenn ich sie dem anderen beim nächsten Treffen genauso ins Gesicht sagen könnte.
Die ersten Nachrichten und Anrufe an Bekannte und Empfohlene, und was du schreibst, wenn keiner antwortet, übst du in TAKEOVER.
Mehr zum Thema: Network Marketing: wie es funktioniert und was es verlangt
Fragen zum Anschreiben
Wie schreibe ich Leute im Network Marketing an?
Kurz und persönlich. Knüpf an etwas an, das er selbst erzählt hat, sag offen, worum es geht, und schließ mit einer Frage, auf die auch ein Nein leicht fällt. Die Wortlaute für Bekannte und Empfohlene stehen in TAKEOVER.
Darf ich eine Vorlage für Nachrichten verwenden?
Als Gedankenstütze für Anlass, Grund und Frage. Die Sätze schreibst du selbst, weil die Empfänger die gängigen Vorlagen längst kennen.
Soll ich Fremden in sozialen Netzwerken schreiben?
Mit einem Angebot nicht. Hat jemand in einer Gruppe dein Thema angesprochen, fragst du ihn dort, ob du ihm schreiben darfst.
Was mache ich, wenn jemand nicht antwortet?
Nach ein paar Tagen meldest du dich einmal mit etwas, das ihn betrifft. Kommt wieder nichts, schließt du das Thema freundlich ab.
Schreiben oder anrufen?
Schreib, wenn ihr euch sonst auch schreibt, und frag in der Nachricht, wann du anrufen kannst. Den Termin selbst macht ihr am Telefon aus, dort ist in zwei Minuten geklärt, wofür es sonst fünf Nachrichten braucht.
Wie vielen Leuten soll ich am Tag schreiben?
So vielen, dass jede Nachricht einen Satz enthält, der nur für diesen einen Menschen passt. Bei zwanzig an einem Abend schaffst du das nicht mehr.
In TAKEOVER stehen die ersten Nachrichten und Anrufe ausgeschrieben: an Bekannte, an Empfohlene und für den Fall, dass niemand antwortet.
Erstgespräch kostenlos, zehn Minuten per Telefon. Individuelle Ergebnisse. Was du erreichst, hängt an dir.

Michael Gondek
Seit 2017 im österreichischen Energievertrieb, mit über 3.000 registrierten Partnern und mehr als 100.000 Teamkundenaufträgen. Mehr über Michael



