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PV-Anlage 2026: Wann hat sie sich wirklich bezahlt gemacht?

18.000 Euro für Anlage, Speicher und Montage, und irgendwann die Frage: Wann ist das Geld wieder drin? Die ehrliche Antwort: Das entscheidet sich weniger am Kaufpreis als an einer einzigen Zahl, deinem Eigenverbrauch. Hier ist die Rechnung dahinter.

Photovoltaik-Module auf einem Hausdach bei Sonnenschein

Warum jede selbst verbrauchte Kilowattstunde doppelt zählt

Strom, den deine Anlage produziert und den du sofort selbst verbrauchst, musst du nicht kaufen. Damit entfällt der komplette Brutto-Preis je Kilowattstunde: der Energiepreis deines Lieferanten, die Netzentgelte deines Netzbereichs, Elektrizitätsabgabe und Förderbeitrag, in Wien zusätzlich die Gebrauchsabgabe, plus 20 Prozent Umsatzsteuer auf alles. Je nach Netzbereich und Tarif sind das oft 30 bis 40 Cent je Kilowattstunde.

Für eingespeisten Überschuss bekommst du dagegen nur die Einspeisevergütung, aktuell meist einen marktorientierten Preis von grob 5 bis 9 Cent. Eine selbst verbrauchte Kilowattstunde ist damit ein Mehrfaches einer eingespeisten wert. Genau deshalb entscheidet der Eigenverbrauch über die Amortisation.

Autarkie: Was realistisch ist

Der Autarkiegrad sagt, welchen Anteil deines Verbrauchs die Anlage deckt. Ohne Speicher liegen typische Haushalte bei 30 bis 40 Prozent: Die Sonne liefert mittags, verbraucht wird vor allem morgens und abends. Ein passend dimensionierter Speicher verschiebt den Mittagsüberschuss in den Abend und hebt die Autarkie auf 55 bis 80 Prozent.

Wichtig fürs Budget: Der Nutzen eines Speichers flacht ab etwa einer Kilowattstunde Kapazität je 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch deutlich ab. Mehr Kapazität erhöht dann vor allem den Kaufpreis und kaum noch den Eigenverbrauch.

Die typische Amortisation: ein ehrliches Beispiel

Eine Modellrechnung für Wien: 10 kWp Anlage, 10 kWh Speicher, 4.500 kWh Jahresverbrauch, 18.000 Euro Kaufpreis, 18 Cent Energie-Arbeitspreis. Die Anlage produziert rund 10.000 kWh im Jahr, etwa 3.600 davon verbraucht der Haushalt selbst, der Rest wird eingespeist. Ersparnis und Einspeiseerlös zusammen bringen im ersten Jahr rund 1.600 Euro, die Anlage ist nach etwa zehn Jahren rechnerisch bezahlt. Über 20 Jahre bleibt nach Abzug des Kaufpreises ein Vorteil von gut 20.000 Euro, steigende Strom- und Netzpreise eingerechnet.

Modellhaft liegen Haushaltsanlagen meist zwischen 8 und 14 Jahren. Schneller geht es mit hohem Eigenverbrauch, teurem Netzbereich und gut verhandeltem Kaufpreis. Länger dauert es bei kleinen Verbräuchen, niedriger Einspeisevergütung und überdimensionierten Anlagen.

Vier Stellschrauben vor dem Kauf

  • Am Verbrauch dimensionieren statt am Dach: Mehr kWp bedeutet vor allem mehr Einspeisung zu niedrigen Preisen.
  • Speicher passend wählen: Als Faustregel reicht rund eine Kilowattstunde Speicher je 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch.
  • Kommende Verbraucher einplanen: E-Auto oder Wärmepumpe heben Verbrauch, Eigenverbrauch und damit den Wert der Anlage.
  • Einspeisevergütung vorsichtig ansetzen: Wer mit 10 Cent und mehr kalkuliert, rechnet sich die Anlage schön.

Nach dem Kauf bleibt ein Hebel offen

Auch mit Anlage kommt ein guter Teil des Stroms weiter aus dem Netz, vor allem im Winter und am Abend. Für diesen Rest zählen Tarif und Netzkosten wie vorher, inklusive Sonnenrabatt in den Mittagsstunden. Ein Tarif-Check alle ein, zwei Jahre gehört deshalb auch für PV-Haushalte dazu.

Quellen: Systemnutzungsentgelte-Verordnung 2018 idF Novelle 2026 (BGBl. II Nr. 305/2025), OeMAG-Marktpreis (Stand Juni 2026). Modellannahmen wie im PV-Rechner dokumentiert: Ertrag 1.000 kWh je kWp, Degradation 0,4 Prozent jährlich, Strompreis plus 2,5 und Netzkosten plus 4 Prozent pro Jahr.

★ MENTOVATE

Der PV-Rechner rechnet mit den echten Netzentgelten deines Netzbereichs: Eigenverbrauch, Einspeisung, Amortisation und 20-Jahres-Verlauf, mit deinen Zahlen statt mit Prospektwerten.

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