Smart Meter Viertelstundenwerte: Was das Opt-in bringt und wer deine Daten sieht
Fast jeder österreichische Haushalt hat inzwischen einen Smart Meter. Die meisten nutzen ihn wie den alten Zähler: Einmal im Jahr wird abgerechnet, fertig. Dabei entscheidet eine einzige Einstellung darüber, welche Tarife und Rabatte dir überhaupt offenstehen.

Die drei Betriebsarten deines Smart Meters
- Standard: Der Zähler speichert Tageswerte und übermittelt sie dem Netzbetreiber. Reicht für die normale Jahresabrechnung.
- Opt-in: Der Zähler misst in Viertelstunden-Schritten und übermittelt diese Werte täglich. Erst damit werden zeitabhängige Preise möglich.
- Opt-out: Der Zähler verhält sich wie ein alter Ferraris-Zähler, ausgelesen wird nur einmal jährlich.
Was das Opt-in konkret freischaltet
Zwei Dinge, die bares Geld wert sein können. Erstens den reduzierten Sommer-Arbeitspreis: Von April bis September kostet die Netznutzung zwischen 10 und 16 Uhr rund 20 Prozent weniger, aber nur mit ausgelesenen Viertelstundenwerten. Zweitens Spot-Tarife, die stundengenau mit dem Börsenpreis abrechnen. Ob sich das für dich rechnet, zeigt der Vergleich im Spot-Tarif-Rechner. Dazu kommt der Eigennutzen: Im Portal deines Netzbetreibers siehst du, wann dein Haushalt wie viel verbraucht, und findest Stromfresser deutlich schneller.
Welche Daten fließen und welche nicht
Übertragen werden Verbrauchswerte in Kilowattstunden je Viertelstunde, mehr nicht. Der Zähler erkennt keine Geräte und sendet keine Inhalte. Richtig ist: Aus einem feinen Lastprofil lässt sich ablesen, wann jemand zu Hause ist. Genau deshalb hat der Gesetzgeber die Viertelstundenmessung an deine ausdrückliche Zustimmung gebunden, und genau deshalb darfst du sie jederzeit widerrufen. Der Netzbetreiber braucht die Werte für die Abrechnung, dein Lieferant bekommt sie nur, wenn dein Tarif sie erfordert.
So aktivierst du die Viertelstundenwerte
Das Opt-in beantragst du kostenlos im Online-Portal deines Netzbetreibers, bei den Wiener Netzen etwa im Smart-Meter-Webportal mit wenigen Klicks. Die Umstellung dauert in der Regel wenige Werktage. Danach lohnt ein Blick auf deine Netzgebühren: Was dein Netzbereich mit und ohne Sommer-Arbeitspreis verrechnet, siehst du centgenau im Netzkosten-Rechner.
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