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Stromrechnung verstehen: Energie, Netz, Abgaben einfach erklärt

Kaum ein Dokument wird so oft bezahlt und so selten gelesen wie die Stromrechnung. Dabei stecken darin genau drei Blöcke. Wer sie einmal verstanden hat, sieht in fünf Minuten, ob er zu viel zahlt und wo der Hebel liegt.

Person prüft eine Rechnung mit Stift in der Hand

Block 1: Energie, dein Lieferant

Der Energiepreis ist der Teil, den dein Stromanbieter verrechnet: ein Arbeitspreis in Cent je Kilowattstunde mal deinem Verbrauch, dazu meist eine fixe Grundgebühr pro Monat oder Jahr. Das ist der einzige Block, den du frei verhandeln kannst, durch Tarif- oder Anbieterwahl.

Eine klassische Falle: Preise werden mal netto, mal brutto angegeben. 15 Cent netto sind 18 Cent brutto. Vergleiche immer dieselbe Ebene, sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen.

Block 2: Netz, dein Netzbetreiber

Der zweite Block gehört dem Netzbetreiber, der die Leitungen bis zu deinem Zähler betreibt. Er besteht aus dem Netznutzungsentgelt (Arbeitspreis plus Grundpauschale), dem Netzverlustentgelt und dem Entgelt für Messleistungen. Diese Netzgebühren legt die Regulierungsbehörde E-Control jedes Jahr per Verordnung fest. Sie sind an deine Adresse gebunden: gleicher Wohnort, gleiche Netzkosten, egal bei welchem Lieferanten du bist.

Je nach Verbrauch und Bundesland macht das Netz grob ein Drittel deiner Rechnung aus.

Block 3: Steuern und Abgaben

Der dritte Block geht an den Staat: die Elektrizitätsabgabe (2026 befristet auf 0,1 Cent je kWh gesenkt), der Erneuerbaren-Förderbeitrag und die Förderpauschale für den Ökostrom-Ausbau. In Wien kommt die Gebrauchsabgabe mit 7 Prozent dazu. Ganz am Ende schlägt die Umsatzsteuer mit 20 Prozent auf alles auf.

Die drei Stellen, an denen du hinschauen solltest

  • Energie-Arbeitspreis: Steht er netto oder brutto auf der Rechnung? Und wie hoch ist er im Vergleich zu aktuellen Angeboten?
  • Grundgebühr: Bei niedrigem Verbrauch entscheidet sie oft mehr als der Arbeitspreis. 5 Euro im Monat sind 60 Euro im Jahr.
  • Rabatte und Bindung: Neukundenrabatte laufen ab, Preisgarantien enden. Das Ablaufdatum steht im Kleingedruckten und kostet dich ab dann bares Geld.

Was du mit fünf Minuten erreichst

Nimm deine letzte Jahresabrechnung und ordne jede Zeile einem der drei Blöcke zu. Netz und Abgaben kannst du centgenau mit unserem Netzkosten-Rechner nachprüfen. Bleibt der Energieblock: Genau dort entscheidet sich, ob deine Rechnung gut oder teuer ist.

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