Ein gutes Notion Setup für Network Marketing besteht aus drei Bausteinen: einer Kontaktdatenbank mit Status-Feldern, einer Pipeline-Ansicht für offene Gespräche und einer Content-Seite für wiederkehrende Vorlagen. Doch die meisten bauen ihr Setup zu komplex auf – und öffnen es nach zwei Wochen nicht mehr. Hier erfährst du, wie du es so schlank hältst, dass es wirklich Teil deines Alltags wird.
Was dein Notion Setup im Alltag wirklich leisten muss
Bevor du anfängst, Datenbanken zu bauen, stell dir eine ehrliche Frage: Welche drei Informationen brauchst du morgens, um zu wissen, was heute dran ist? Nicht zehn, nicht zwanzig – drei. Die meisten Networker, die mit Notion starten, machen den Fehler, ein System zu designen, das aussieht wie das Dashboard einer Raumstation. Hübsch, aber unbenutzbar. Ein Notion Setup funktioniert nur dann, wenn es dir in unter 30 Sekunden zeigt, wen du heute kontaktieren solltest, welche Gespräche offen sind und welchen Content du diese Woche teilen willst.
Im Kern ist Notion eine flexible Datenbank mit hübscher Oberfläche. Du kannst es als eine Art CRM Alternative nutzen – also als Werkzeug zur Kontaktverwaltung, das normalerweise spezialisierte Software übernimmt. Für Networker, die mit weniger als 100 aktiven Kontakten arbeiten, reicht das oft völlig aus. Notion wird dann zum zentralen Ort, an dem Kontakte, Gesprächsnotizen und Vorlagen in Notion zusammenleben.
- Kontaktliste mit Status (neu, im Gespräch, Partner, nicht interessiert)
- Kalender- oder Board-Ansicht für anstehende Gespräche
- Vorlagen-Seite für häufige Nachrichten und Einladungen
- Wöchentliche Übersicht: Was ist offen, was ist überfällig?
Der entscheidende Punkt ist: Dein Setup muss zu deinem Arbeitsrhythmus passen, nicht umgekehrt. Wenn du morgens zehn Minuten hast, um deinen Tag zu planen, muss das System dir in dieser Zeit alles liefern. Alles, was darüber hinausgeht, ist Dekoration – und Dekoration öffnet man nicht täglich.
Kontaktverwaltung und Pipeline Management: So strukturierst du deine Datenbanken
Das Herzstück deines Setups ist eine einzige Datenbank – nicht fünf. Nenn sie einfach „Kontakte“. Jeder Mensch, mit dem du jemals über dein Business gesprochen hast oder sprechen willst, bekommt dort einen Eintrag. Die wichtigsten Felder: Name, Kontaktweg (Telefon, Instagram, WhatsApp), Status und das Datum der letzten Interaktion. Damit hast du bereits eine funktionierende Kontaktverwaltung, die dir zeigt, wo jeder Mensch in deinem Prozess steht.
Für das Pipeline Management – also die Übersicht, welche Gespräche sich gerade in welcher Phase befinden – nutzt du einfach verschiedene Ansichten derselben Datenbank. Eine Board-Ansicht (Kanban-Stil) gruppiert deine Kontakte nach Status: „Erstgespräch offen“, „Infomaterial geschickt“, „Folgegespräch vereinbart“, „Entscheidung steht aus“. So siehst du auf einen Blick, wo sich etwas bewegt und wo etwas stagniert.
- 1 Tag: Nach dem Erstgespräch eine kurze Nachricht senden – Bezug auf etwas Persönliches aus dem Gespräch
- 3 Tage: Wenn keine Antwort kam, einen Mehrwert teilen (Artikel, Erfahrung, Idee) – ohne Erwartung
- 7 Tage: Offen fragen, ob das Thema gerade passt oder nicht – und beide Antworten ehrlich akzeptieren
Erfahrene Networker berichten immer wieder, dass nicht die Komplexität eines Systems entscheidet, sondern ob die Status-Felder zur eigenen Gesprächsführung passen. Wer fünf Phasen definiert, aber im echten Leben nur drei durchläuft, schafft sich unnötige Reibung. Halte die Pipeline so nah wie möglich an deinem tatsächlichen Ablauf – und passe sie erst an, wenn du merkst, dass eine Phase fehlt.
Hey [Name], ich musste nochmal an unseren Austausch gestern denken – besonders was du über [konkretes Thema] gesagt hast. Falls du Lust hast, da weiterzureden, sag einfach Bescheid. Kein Stress.
Lead Tracking ohne Chaos: Ansichten, Felder und einfache Automationen
Stell dir vor, du öffnest montags dein Notion und siehst sofort: drei Gespräche sind seit fünf Tagen ohne Reaktion, zwei Kontakte haben letzte Woche Interesse signalisiert, und bei einem steht ein Termin an. Das ist Lead Tracking – die systematische Nachverfolgung deiner Kontakte, damit niemand zwischen den Stühlen verloren geht. Und genau das passiert den meisten: Nicht fehlende Motivation ist das Problem, sondern dass vielversprechende Gespräche einfach versanden, weil kein System daran erinnert.
In Notion erreichst du das über ein berechnetes Datumsfeld. Du trägst bei jedem Kontakt das Datum der letzten Interaktion ein und erstellst eine gefilterte Ansicht, die alle Kontakte zeigt, deren letzte Interaktion länger als sieben Tage zurückliegt. Das ist dein „Braucht Aufmerksamkeit“-Board. Keine Raketenwissenschaft, aber genau die Funktion, die den Unterschied macht zwischen einem System, das du nutzt, und einem, das du nur gebaut hast.
„Die meisten verlieren ihre besten Kontakte nicht an die Konkurrenz, sondern an die eigene Unordnung.“
Für einfache Automationen stößt Notion allerdings an Grenzen. Notion selbst verschickt keine Erinnerungen und keine automatischen Nachrichten. Du kannst mit externen Tools wie Zapier oder Make einfache Trigger bauen – etwa eine E-Mail-Erinnerung, wenn ein Kontakt seit zehn Tagen unberührt ist. Für den Anfang reicht aber eine ehrliche Routine: Jeden Morgen die gefilterte Ansicht öffnen und die drei wichtigsten Gespräche priorisieren. Das kostet fünf Minuten und ersetzt jede Automation.
Wo Notion als CRM Alternative an Grenzen stößt
Notion ist großartig für den Start – aber es ist kein echtes CRM (Customer Relationship Management, also eine spezialisierte Software zur Verwaltung von Kundenbeziehungen). Und irgendwann merkst du den Unterschied. Das passiert typischerweise an drei Stellen: bei automatischen Erinnerungen, bei der Teamnutzung und bei der Menge deiner Kontakte.
Sobald du regelmäßig mehr als 150 aktive Kontakte pflegst, wird Notion träge – nicht technisch, sondern kognitiv. Du scrollst, filterst, suchst und verlierst genau die Übersicht, die das System dir geben sollte. Ein echtes CRM wie HubSpot, Pipedrive oder branchenspezifische Lösungen bietet automatische Erinnerungen, E-Mail-Integration und Teamfunktionen, die Notion einfach nicht hat. Notion als CRM zu nutzen funktioniert – aber nur bis zu einer bestimmten Komplexität.
- Kostenlos oder sehr günstig für Einzelnutzer
- Komplett anpassbar an deinen Prozess
- Vorlagen in Notion lassen sich schnell duplizieren und teilen
- Alles an einem Ort: Kontakte, Content, Notizen
- Keine automatischen Erinnerungen ohne Drittanbieter-Tools
- Keine native E-Mail- oder Messenger-Integration
- Bei wachsender Kontaktanzahl wird die Pflege aufwändig
- Nicht für Teamarbeit mit mehreren Partnern optimiert
Die ehrliche Empfehlung: Starte mit Notion, wenn du gerade am Anfang stehst oder mit überschaubaren Kontaktzahlen arbeitest. Aber setze dir einen mentalen Schwellenwert. Wenn du merkst, dass du mehr Zeit mit der Pflege deines Systems verbringst als mit echten Gesprächen, ist der Wechsel zu einem spezialisierten CRM System keine Niederlage – sondern ein Zeichen, dass dein Business gewachsen ist.
Dein nächster Schritt: Notion Setup in 60 Minuten aufsetzen und testen
Du brauchst keine perfekte Vorlage und kein YouTube-Tutorial mit 45 Minuten Laufzeit. Du brauchst 60 Minuten ungestörte Zeit und die Bereitschaft, mit dem Minimum zu starten. Dein erstes Notion Setup darf – und sollte – unfertig aussehen. Es muss nur funktionieren.
Lege eine Datenbank mit den Feldern Name, Kontaktweg, Status (Select-Feld mit 4-5 Optionen) und Datum der letzten Interaktion an.
Board-Ansicht nach Status (deine Pipeline), Tabellenansicht für die Gesamtübersicht, gefilterte Ansicht für Kontakte mit letzter Interaktion älter als 7 Tage.
Erstelle eine separate Seite mit 3-4 Nachrichtenvorlagen, die du regelmäßig brauchst – Erstansprache, Gesprächseinladung, Reaktion bei Stille.
Eine Startseite mit verknüpften Ansichten deiner Datenbank. Das ist die Seite, die du jeden Morgen öffnest.
Trage nicht alle ein – nur die zehn relevantesten. Teste damit eine Woche lang, ob das System funktioniert, bevor du erweiterst.
Der wichtigste Moment kommt nicht beim Bauen, sondern am nächsten Morgen. Öffnest du das Setup? Weißt du sofort, was zu tun ist? Falls ja, hast du alles richtig gemacht. Falls du zögerst oder suchst, ist das Setup zu komplex – dann streiche Felder und vereinfache. Viele Networker haben die Erfahrung gemacht, dass die zweite, abgespeckte Version ihres Systems diejenige ist, die wirklich hängen bleibt.
Ein System, das du jeden Morgen öffnest, schlägt jedes perfekte System, das du nie benutzt.
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JETZT STARTENHäufig gestellte Fragen
Für den Anfang und bei überschaubaren Kontaktzahlen reicht Notion völlig aus. Du kannst Kontakte, Gesprächsstatus und Vorlagen an einem Ort verwalten. Sobald du regelmäßig mehr als 150 aktive Kontakte pflegst oder automatische Erinnerungen brauchst, lohnt sich der Wechsel zu einem spezialisierten CRM.
Mit einer klaren Struktur brauchst du etwa 60 Minuten für ein funktionierendes Grundsetup. Wichtig ist, mit dem Minimum zu starten – eine Datenbank, drei Ansichten, eine Vorlagen-Seite – und erst nach einer Testwoche zu erweitern.
Ja, über gefilterte Ansichten und ein Status-Feld kannst du deine Pipeline sauber abbilden. Für Lead Tracking erstellst du eine Ansicht, die Kontakte filtert, deren letzte Interaktion eine bestimmte Anzahl Tage zurückliegt. So erkennst du sofort, wo Gespräche ins Stocken geraten.
Es gibt zahlreiche kostenlose Vorlagen in der Notion Template Gallery. Für Networker empfiehlt es sich allerdings, mit einer eigenen, minimalen Struktur zu starten. Fertige Vorlagen sind oft zu komplex und enthalten Felder, die du nie brauchst – das führt dazu, dass du das System schnell wieder aufgibst.

